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Erfassung der Expositionspfade von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC)

Erfassung der Expositionspfade von per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) durch den Gebrauch PFC-haltiger Produkte - Abschätzung des Risikos für Mensch und Umwelt
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Ein Team der Hochschule Fresenius untersuchte für das Umweltbundesamt, inwieweit Outdoorjacken zur Exposition von per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFASs) in der Umwelt und dem Menschen in Deutschland und anderen EU-Mitgliedsstaaten beitragen. Nach der Entwicklung von Analyseverfahren für 24 verschiedene PFASs, analysierten die Wissenschaftler insgesamt fünf Imprägniermittel und 16 Jacken (15 Outdoorjacken und eine Arbeitsjacke). Die Auswahl der Jacken erfolgte u.a. nach Herstellungsland, Material, Verkaufsmenge und Preis. In den untersuchten Jacken lagen die gemessenen PFASs Konzentrationen in einem Bereich zwischen 0,03 und 719 μg/m². Neben den in höheren Konzentrationen (< 1 ng/m² bis 698 µg/m²) vorkommenden Fluortelomeralkoholen (FTOHs) konnte auch Perfluoroktansäure (PFOA) in allen Jacken in einem Konzentrationsbereich von 0,02 bis 171 µg/m² detektiert werden. Perfluoralkansulfonsäuren (PFSAs) und deren Vorläuferverbindungen, wie z.B. Perfluoroktansulfonamid (FOSA), wurden weniger häufig und in Konzentrationen bis zu 5 µg/m² gemessen.

Untersuchungen zur Emission von PFAS in die Luft zeigten u.a. die Freisetzung von PFOA-Vorläuferverbindungen, wie FTOHs, wobei davon ausgegangen werden kann, dass sich bereits während der Lagerung der Jacken ein Teil dieser Substanzen verflüchtigt hat.

Die Quantifizierung von perfluorierten Carbonsäuren in das Waschabwasser zeigt eine vollständige Freisetzung für z.B. PFOA.
 
Im Rahmen dieser Studie errechneten die Wissenschaftler die Exposition des Menschen mit PFASs aus Outdoorjacken und verglichen diese mit der PFASs-Aufnahme über die Nahrung. Die höchste Belastung für Menschen wurde für PFOA (0,054 ng kg-1 Tag-1) geschätzt, und liegt damit um den Faktor 3-10 niedriger als die geschätzte durchschnittliche Aufnahme über die Nahrung. Höhere Exposition können am Arbeitsplatz in Outdoorgeschäften erreicht werden.
 
Unter der Annahme, dass die in Deutschland im Importüberschuss eingeführten 80 Millionen Jacken alle PFASs enthalten, beträgt der PFOA-Eintrag in die Gewässer 0,27 kg.
 
Zusammenfassend konnte somit nachgewiesen werden, dass aktuell Outdoorjacken zur Umweltbelastung von PFASs und zur Exposition des Menschen beitragen.

Abschlussbericht: