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  Startseite Per- und polyfluorierte Chemikalien
Februar 2013

Per- und polyfluorierte Chemikalien: C11-14-PFCA, PFOA und APFO

Unter der Bezeichnung per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) werden mehr als 800 verschiedene Stoffe zusammengefasst. Sie alle haben ein gemeinsames Strukturmerkmal: die am Kohlenstoff gebundenen Wasserstoffatome sind komplett oder teilweise durch Fluoratome ersetzt. Aufgrund ihrer wasser-, schmutz- und fettabweisenden Eigenschaften kommen PFC in Textilien, Kochgeschirr, Papier und anderen Produkten zum Einsatz.
Die attraktiven Eigenschaften der PFC haben aber auch ihre Kehrseite: Die Bindung zwischen Kohlenstoff und Fluor ist natürlichen Abbaumechanismen kaum zugänglich. Leider sind perfluorierte Verbindungen nicht nur in ihren Anwendungen, sondern auch in der Umwelt stabil (persistent). Deshalb weisen Analytiker PFCs in Flüssen, in den Weltmeeren und sogar in Tiefseeproben nach. Die bekanntesten Vertreter, PFOA (perfluorierte Oktansäure) und PFOS (perfluorierte Oktansulfonsäure) finden sich im Lebergewebe grönländischer Eisbären, in Robben, Nerzen, Füchsen, Eisvögeln und Fischen aus der kanadischen Arktis. Besonders kritisch ist jedoch der langfristige Verbleib im menschlichen Blut und Muttermilch nach ihrer Aufnahme durch kontaminierte Nahrung, als Trinkwasserverunreinigungen oder mit der Luft. Weitere Informationen über per- und polyfluorierte Chemikalien finden Sie im UBA-Hintergrundpapier: http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3812.pdf

PFOS, ein prominenter Vertreter der PFC, wurde bereits in die Verbotsliste der Stockholm-Konvention für POPs (persistente organische Schadstoffe) aufgenommen. Die Verwendung dieses Stoffes ist weltweit nur noch für bestimmte Ausnahmen erlaubt.
 
Deutschland hat 6 weitere PFC als besonders besorgniserregende Stoffe vorgeschlagen. Darunter befinden sich PFOA und das Ammoniumsalz APFO. Das UBA hat gemeinsam mit seiner norwegischen Partnerbehörde für Klima und Umwelt diese Stoffe bewertet. Sie erfüllen aufgrund ihrer persistenten, bioakkumulierenden und toxischen (PBT) sowie reproduktionstoxischen Eigenschaften die Vorrausetzungen für die Identifizierung als besonders besorgniserregende Stoffe. Die öffentliche Kommentierung ist abgeschlossen und im Juni 2013 entscheidet das Mitgliedstaatenkommittee (MSC) ob  PFOA und APFO die Kriterien als besonders besorgniserregend erfüllen.
 
Bei den anderen vom UBA vorgeschlagenen besonders besorgniserregenden PFCs handelt es sich um die langkettigen Perfluorcarbonsäuren, die aus jeweils 11 bis 14 Kohlenstoffatomen aufgebaut sind. Diese Stoffe wurden im Dezember 2012 wegen ihrer sehr persistenten und sehr bioakkumulierenden Eigenschaften (vPvB) in die Kandidatenliste aufgenommen.