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Per- und polyfluorierte Chemikalien: C11-14-PFCA, PFOA und APFO

Unter der Bezeichnung per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) werden mehr als 800 verschiedene Stoffe zusammengefasst. Sie alle haben ein gemeinsames Strukturmerkmal: die am Kohlenstoff gebundenen Wasserstoffatome sind komplett oder teilweise durch Fluoratome ersetzt. Aufgrund ihrer wasser-, schmutz- und fettabweisenden Eigenschaften kommen PFC in Textilien, Kochgeschirr, Papier und anderen Produkten zum Einsatz.
 
Die attraktiven Eigenschaften der PFC haben aber auch ihre Kehrseite: Die Bindung zwischen Kohlenstoff und Fluor ist natürlichen Abbaumechanismen kaum zugänglich. Leider sind perfluorierte Verbindungen nicht nur in ihren Anwendungen, sondern auch in der Umwelt stabil (persistent). Deshalb weisen Analytiker PFCs in Flüssen, in den Weltmeeren und sogar in Tiefseeproben nach. Die bekanntesten Vertreter, PFOA (perfluorierte Oktansäure) und PFOS (perfluorierte Oktansulfonsäure) finden sich im Lebergewebe grönländischer Eisbären, in Robben, Nerzen, Füchsen, Eisvögeln und Fischen aus der kanadischen Arktis. Besonders kritisch ist jedoch der langfristige Verbleib im menschlichen Blut und Muttermilch nach ihrer Aufnahme durch kontaminierte Nahrung, als Trinkwasserverunreinigungen oder mit der Luft.

Weitere Informationen über per- und polyfluorierte Chemikalien finden Sie auf der UBA-Internetseite, im UBA-Hintergrundpapier sowie im UMID Heft 01/2013. Eine iPad-App („PFC-Planet“) des Umweltbundesamts erklärt, wie PFC in unsere Nahrungskette und Körper gelangen – und welche Konsequenzen das hat. Videos und animierte Schaubilder zeigen aber auch, was Verbraucherinnen und Verbraucher dagegen tun können.

PFOS, ein prominenter Vertreter der PFC, wurde bereits in die Verbotsliste der Stockholm-Konvention für POPs (persistente organische Schadstoffe) aufgenommen. Die Verwendung dieses Stoffes ist weltweit nur noch für bestimmte Ausnahmen erlaubt.

Deutschland hat 6 weitere PFC als besonders besorgniserregende Stoffe vorgeschlagen. Darunter befinden sich PFOA und das Ammoniumsalz APFO. Das Umweltbundesamt hat gemeinsam mit der norwegischen Umweltbehörde diese Stoffe bewertet. Sie erfüllen aufgrund ihrer persistenten, bioakkumulierenden und toxischen (PBT) sowie reproduktionstoxischen Eigenschaften die Kriterien für besonders besorgniserregende Stoffe. Im Juni 2013 wurden PFOA und APFO in die Kandidatenliste aufgenommen.

Bewertungsdokumente:

Weitere Informationen zu PFOA:

Bei den anderen vom UBA vorgeschlagenen besonders besorgniserregenden PFCs handelt es sich um die langkettigen Perfluorcarbonsäuren, die aus jeweils 11 bis 14 Kohlenstoffatomen aufgebaut sind. Diese Stoffe wurden im Dezember 2012 wegen ihrer sehr persistenten und sehr bioakkumulierenden Eigenschaften (vPvB) in die Kandidatenliste aufgenommen.

Bewertungsdokumente:

Weitere Informationen zu langkettigen Perfluorcarbonsäuren:

Neben oben genannten Anwendungsbereichen, werden PFC auch als Hilfsmittel in wasserfilmbildenden Schaumlöschmitteln eingesetzt. Das Umweltbundesamt hat gemeinsam mit Vertretern der Feuerwehrverbände und Löschmittelhersteller einen Ratgeber zum umweltschonenden Einsatz fluorhaltiger Schaumlöschmittel erstellt.

In einer Studie ließ das UBA wetterfeste Funktionsjacken auf PFC untersuchen. Es sollten dabei die Emissionen dieser Chemikalien aus Jacken und ihr damit verbundenes Risiko für Mensch und Umwelt ermittelt werden. Die Untersuchungen ergaben, dass die in den Jacken enthaltenen PFC dort nicht verbleiben, sondern sich in die Luft verflüchtigen oder beim Waschen über die Kläranlagen in die Gewässer freigesetzt werden.