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Unter der Bezeichnung per- und
polyfluorierte Chemikalien (PFC) werden mehr als 800 verschiedene
Stoffe zusammengefasst. Sie alle haben ein gemeinsames
Strukturmerkmal: die am Kohlenstoff gebundenen Wasserstoffatome sind
komplett oder teilweise durch Fluoratome ersetzt. Aufgrund ihrer
wasser-, schmutz- und fettabweisenden Eigenschaften kommen PFC in
Textilien, Kochgeschirr, Papier und anderen Produkten zum Einsatz.
Die attraktiven Eigenschaften der PFC haben aber auch ihre
Kehrseite: Die Bindung zwischen Kohlenstoff und Fluor ist
natürlichen Abbaumechanismen kaum zugänglich. Leider sind
perfluorierte Verbindungen nicht nur in ihren Anwendungen, sondern
auch in der Umwelt stabil (persistent). Deshalb weisen Analytiker
PFCs in Flüssen, in den Weltmeeren und sogar in Tiefseeproben nach.
Die bekanntesten Vertreter, PFOA (perfluorierte Oktansäure) und PFOS
(perfluorierte Oktansulfonsäure) finden sich im Lebergewebe
grönländischer Eisbären, in Robben, Nerzen, Füchsen, Eisvögeln und
Fischen aus der kanadischen Arktis. Besonders kritisch ist jedoch
der langfristige Verbleib im menschlichen Blut und Muttermilch nach
ihrer Aufnahme durch kontaminierte Nahrung, als
Trinkwasserverunreinigungen oder mit der Luft. Weitere Informationen
über per- und polyfluorierte Chemikalien finden Sie im
UBA-Hintergrundpapier:
http://www.umweltdaten.de/publikationen/fpdf-l/3812.pdf
PFOS, ein prominenter Vertreter der
PFC, wurde bereits in die Verbotsliste der Stockholm-Konvention für
POPs (persistente organische Schadstoffe) aufgenommen. Die
Verwendung dieses Stoffes ist weltweit nur noch für bestimmte
Ausnahmen erlaubt. Deutschland hat 6 weitere PFC als besonders besorgniserregende Stoffe vorgeschlagen. Darunter befinden sich PFOA und das Ammoniumsalz APFO. Das UBA hat gemeinsam mit seiner norwegischen Partnerbehörde für Klima und Umwelt diese Stoffe bewertet. Sie erfüllen aufgrund ihrer persistenten, bioakkumulierenden und toxischen (PBT) sowie reproduktionstoxischen Eigenschaften die Vorrausetzungen für die Identifizierung als besonders besorgniserregende Stoffe. Die öffentliche Kommentierung ist abgeschlossen und im Juni 2013 entscheidet das Mitgliedstaatenkommittee (MSC) ob PFOA und APFO die Kriterien als besonders besorgniserregend erfüllen.
Bei den anderen vom UBA vorgeschlagenen besonders besorgniserregenden PFCs handelt es sich um die langkettigen Perfluorcarbonsäuren, die aus jeweils 11 bis 14 Kohlenstoffatomen aufgebaut sind. Diese Stoffe wurden im Dezember 2012 wegen ihrer sehr persistenten und sehr bioakkumulierenden Eigenschaften (vPvB) in die Kandidatenliste aufgenommen. |