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Weitere umweltschädliche Chemikalien in Kandidatenliste

Die Kandidatenliste umfasst nun 144 besonders besorgniserregende Chemikalien. Das UBA hatte die Aufnahme von sieben besonders umweltgefährlichen Chemikalien vorgeschlagen.

Ein Ziel von REACH ist, alle besonders besorgniserregenden Chemikalien schrittweise durch geeignete Alternativsubstanzen oder –technologien zu ersetzen. Dazu müssen solche Stoffe erkannt und in die Kandidatenliste aufgenommen werden. Die EU Mitgliedstaaten bestätigten drei weitere Vorschläge des Umweltbundesamtes. Dazu gehört Perfluoroktansäure (PFOA), die ein wichtiger Vertreter der per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) ist und ebenfalls das Salz dieser Säure (APFO). Diese Vorschläge hat das UBA in Kooperation mit der norwegischen REACH-Behörde erarbeitet. PFOA ist unter anderem in wasser-, schmutz- und fettabweisend imprägnierten Textilmaterialien zu finden. Die Chemikalie kann sich in Nahrungsketten anreichern und wird regelmäßig im menschlichen Blut nachgewiesen. In der Umwelt ist der Stoff so stabil, dass er weltweit, auch in der Tiefsee und der Arktis, nachgewiesen werden kann – zum Beipsiel in Tieren wie Eisbären, Robben und Seevögeln.

Ebenfalls auf UBA–Vorschlag in die Kandidatenliste aufgenommen wurden die in Harzen und Lacken vorkommenden Nonylphenolethoxylate (NPEO). Sie werden in Kläranlagen und Gewässern zum hormonell wirksamen Nonylphenol (NP) abgebaut, das die Fortpflanzung von Fischen schädigt. Auf Vorschlag Schwedens wurde auch das giftige Schwermetall Cadmium als besonders besorgniserregend identifiziert und auch Dipentyl phthalate (DPP) steht nun auf der Kandidatenliste.

Erstmals schlug das UBA vier Chemikalien aus der Gruppe der Phenolbenzotriazole zur Aufnahme in die Kandidatenliste vor. Sie schützen beispielsweise Kunststoff in Autos vor Sonnenlicht. Auch werden sie weltweit in der Umwelt nachgewiesen, denn sie werden nur sehr langsam zersetzt – wenn überhaupt. Außerdem besitzen sie die Eigenschaft sich in Organismen anzureichern. Beide Eigenschaften - die langsame Zersetzung in der Umwelt und die Anreicherung in Organismen - sind Gründe für das UBA, sie als besonders besorgniserregend zu betrachten. Über diesen Vorschlag möchten die Mitgliedstaaten vor einer Entscheidung noch weiter beraten.

Die aktuelle Liste der besonders besorgniserregenden Substanzen (REACH Kandidatenliste) ist auf der Internetseite der Europäischen Chemikalienagentur zu finden: http://www.echa.europa.eu/candidate-list-table

Zur Musteranfrage:
http://www.reach-info.de/verbraucheranfrage.htm

Weitere Informationen zur Kandidatenliste
http://www.reach-info.de/kandidatenliste.htm