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Die Expositionsbewertung ist Teil der
Stoffsicherheitsbeurteilung. In einer
Expositionsbewertung wird untersucht auf welchem Weg und in welchem
Ausmaß Menschen und die Umwelt mit einem Stoff in Berührung kommen.
Im Rahmen der REACH-Verordnung besteht für Hersteller und Importeure
die Pflicht zur Durchführung der Expositionsbewertung für Stoffe,
die ab einer Menge von 10 t pro Jahr und Hersteller bzw. Importeur
hergestellt bzw. importiert werden und gemäß Stoffrichtlinie (RL
67/548/EWG) bzw. gemäß der
CLP-Verordnung (VO 1272/2008/EG) als gefährlich eingestuft sind
oder PBT- oder vPvB-Eigenschaften aufweisen.
Anhand dieser Daten wird unter Berücksichtigung der Gefährlichkeit
des Stoffes in der anschließenden Risikocharakterisierung überprüft,
ob durch den Einsatz dieser Chemikalie ein Risiko für Mensch und
Umwelt besteht. Für die Expositionsbewertung werden zuerst
Expositionsszenarien entwickelt, in denen die Randbedingungen für
alle vom Registranten unterstützten Verwendungen eines Stoffes
während seines gesamten Lebenszyklus beschrieben sind. Um diese
Verwendungsbedingungen zu erfassen, ist eine intensive Kommunikation
aller Beteiligten in der Lieferkette notwendig. Für die einheitliche
und nachvollziehbare Beschreibung von Verwendungsbedingungen in
allen Mitgliedsstaaten sowie zur Vereinfachung der Kommunikation in
der Lieferkette wurde ein „use descriptor system“ entwickelt, in dem
Standard-Verwendungen definiert sind. Die Emissionen in die Umwelt
werden dabei mit dem Descriptor „Umweltfreisetzungskategorie“
(environmental release category, ERC) beschrieben. Das „use
descriptor system“ ist im
Abschnitt R.12 des Leitfadens zu Informationsanforderungen und
zur Stoffsicherheitsbeurteilung (CSA/CSR-Leitfaden) näher erläutert.
Ausgehend von den Expositionsszenarien wird anschließend eine
Expositionsabschätzung durchgeführt. Für den Bereich Umwelt wird
bestimmt, wie hoch die zu erwartende Konzentration des Stoffes in
der Umwelt ist (Predicted Environmental Concentration, PEC). Bei der
anschließenden Risikobewertung wird dieser Wert mit der
abgeschätzten Konzentration, bei der noch keine schädlichen Effekte
beobachtet werden (Predicted No-Effect Concentration, PNEC),
verglichen. Ergibt sich dabei ein Risiko – in diesen Fälle ist der
Quotient aus PEC und PNEC größer 1 – so kann eine Verfeinerung der
Expositionsschätzung durchgeführt oder die PNECs verfeinert werden.
Stehen diese Optionen nicht zur Verfügung so sind weitergehende
(technische) Maßnahmen zur Verringerung des Risikos zu treffen.
Zur Unterstützung bei der Umsetzung von REACH stellt die ECHA
eine Reihe von Leitfäden zur Verfügung. Die Expositionsanalyse wird
in CSA/CSR-Leitfaden im Abschnitt D beschrieben. Nähere
Informationen zur Expositionsabschätzung für den Bereich Umwelt und
zum „use descriptor system“ enthalten die Leitfäden R.16 und R.12.
Weiterhin relevant ist die Guideline für die Expositionsbewertung
für das Abfallstadium:
Die Expositionsbewertung und die Risikocharakterisierung werden im
Stoffsicherheitsbericht dokumentiert. Die dafür erstellten
Expositionsszenarien werden im Anhang der erweiterten
Sicherheitsdatenblätter in der Lieferkette weitergegeben.
Die ECHA hat ein Softwaretool („Chesar“) zur Durchführung der
Stoffsicherheitsbeurteilung entwickelt, welches die in den Leitfäden
der ECHA vorgegebenen Grundsätze berücksichtigt und als Plugin für
IUCLID verfügbar ist. Mit dem Softwaretool ist unter Zuhilfenahme
der Stoffinformationen und Informationen zur Verwendung des Stoffes
eine erste konservative Emissionsschätzung, Expositionsbeurteilung
und Risikocharakterisierung möglich. Weiterhin unterstützt Chesar
die Registranten bei der Erstellung des Stoffsicherheitsberichts und
der Expositionsszenarien. Das Softwaretool sowie Benutzerhandbücher
für verschiedene Funktionen können unter folgendem Link
heruntergeladen werden:
Neben der Prüfung und Bewertung der unter REACH eingereichten
Expositionsszenarien, die Bestandteil der Registrierungsdossiers
sind, liegen die Aufgaben des Umweltbundesamt auch in der Mitarbeit
an der Weiterentwicklung der Methoden, Werkzeuge und Leitfäden zur
Expositionsbewertung. In diesem Zusammenhang wurden mehrere
Gutachten und Forschungprojekte durchgeführt:
Standardisation of Emission Factors
for the Exposure Assessment under REACH
(Standardisierung von Emissionsfaktoren für die
Expositionsbeurteilung unter REACH, FKZ 363 01 300)
Die im
Use Descriptor System definierten Umweltfreisetzungskategorien
(ERCs) können verfeinert und dafür spezifische
Umweltfreisetzungkategorien (spERCs) entwickelt werden. Im Rahmen
dieses Forschungsvorhabens wurde das Vorgehen verschiedener
Industrieverbände bei der Entwicklung und Dokumentation von spERCs
analysiert und Schwachpunkte bei den bisherigen Vorgehensweisen
aufgezeigt. Aus den Ergebnissen werden Verbesserungsvorschläge für
die Entwicklung von spERCs abgeleitet.
Basic principles for the
development of a concept for environmental exposure assessments of
single substances released from multiple uses under REACH
(FKZ 360 01 058)
Eine einzelne Chemikalie kann in
verschiedenen Produkten enthalten sein oder sie ist wie zum Beispiel
organische Lösemittel in Unternehmen für unterschiedlichste
Anwendungen im Einsatz. Bei einer Chemikalie mit mehreren
Verwendungen an einem Standort ist es möglich, dass sich Einträge
von verschiedenen und für sich betrachtet risikoarmen Verwendungen
addieren und damit ein unannehmbares Risiko für die Umwelt
darstellen. In diesem Gutachten werden die rechtlichen Vorgaben zur
aggregierten Expositionsbewertung ausgewertet und Vorschläge für die
technische Umsetzung der aggregierten Expositionsbewertung von
Chemikalien bei der Erstellung und Evaluierung von Stoffdossiers
durch den Registranten sowie für die Berücksichtigung aggregierter
Exposition durch den nachgeschalteten Anwender gegeben.
Scaling unter REACH - Entwicklung
einer Handlungsempfehlung zur Bestimmung der sicheren
Verwendungsbedingungen von Chemikalien durch Scaling
(FKZ 360 01 057)
Scaling unter REACH bedeutet durch einfaches
Rechnen zu überprüfen, ob Chemikalien sicher verwendet werden, auch
wenn einzelne Anwendungsbedingungen von den Vorgaben im
Expositionsszenario abweichen. In diesem Bericht werden die derzeit
verfügbaren Scaling-Instrumente charakterisiert und
Weiterentwicklungsbedarf aufgezeigt. Basierend auf den Ergebnissen
wurde eine Handlungsanleitung zum Scaling für nachgeschaltete
Anwender erstellt.
Weitere Informationen
Im REACH-Praxisführer des Verbandes der Chemischen Industrie wird
die Expositionsbewertung detailliert beschrieben. Dabei wird in Teil
I des Praxisführers auf die Stoffsicherheitsbeurteilung allgemein
eingegangen. In Teil II werden die Expositionsszenarien und ihre
Kommunikation in den Lieferketten behandelt. Teil III beinhaltet die
Expositionsbewertung für Gemische und Teil IV enthält vertiefte
Informationen zur Expositionsabschätzung.
In diesen zwei Vorträgen des Umweltbundesamtes werden die
Expositionsbewertung und die Verwendung des Chesar-Tools
beschrieben:
Mit der Workshop-Reihe REACH in der Praxis gibt das UBA
Unterstützung bei der praktischen Umsetzung von REACH. Dabei wird
auch auf das Thema Exposition eingegangen.
Umweltexposition von Rohwasserressourcen
Rohwasser zur Trinkwassergewinnung wird in Deutschland vor allem aus
Grundwasser, aus Oberflächenwasserspeichern oder mittels
Uferfiltration aus Oberflächengewässern gewonnen. Sind diese
Gewässer mit Chemikalien belastet, kann es auch zu einer
Kontamination des Rohwassers mit Chemikalien kommen.
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Umweltmonitoring
Umweltmonitoring setzt sich sowohl aus der betrieblichen
Eigenüberwachung (z.B. Abwasserkataster, Emissionserklärung,
Zulassungsüberwachung) als auch der staatlichen Überwachung des
Umweltzustands zusammen. Daten aus dem Umweltmonitoring können auch
zur Expositionsbewertung genutzt werden. Das Umweltbundesamt möchte
Methoden und Indikatoren des Umweltmonitorings stärker unter REACH
nutzen. weiterlesen..
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