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Hintergrund und
Zielsetzung des Projekts
Das
Chemikalienleasing Konzept
Chemikalienleasing ist ein innovatives
Geschäftsmodell, bei dem die klassische mengenbezogene
Bezahlung (€/t) von Chemikalien durch eine nutzenorientierte
Bezahlung (z.B. €/m2 gereinigte Fläche)
ersetzt wird. Aus Sicht des Chemikalienherstellers entwickelt sich
der beim Chemikalienanwender
stattfindende Chemikalienverbrauch damit von einem Erlös-
zu einem Kostenfaktor. Somit entsteht
ein wirtschaftliches Interesse des Chemikalienherstellers, den
Verbrauch von chemischen Produkten
beim Anwender durch Prozessoptimierung zu verringern. In der
Konsequenz kommt es zu
einer intensivierten Zusammenarbeit zwischen Chemikalienhersteller
und –anwender. Dies führt zu
wirtschaftlichen Vorteilen für beide Partner und – über den
verringerten Chemikalienverbrauch – zu
Ressourcenschonung und Verringerung von Umweltbelastungen. Darüber
hinaus werden in vielen
Fällen Energieeinsparungen realisiert und es lassen sich Risiken aus
der Chemikalienanwendung verringern
bzw. vermeiden. Nachstehende Abbildung verdeutlich die
gleichgeschalteten Interessen („je
weniger desto besser“) von Chemikalienlieferanten und Käufern unter
dem dienstleistungsorientierten
Geschäftsmodell Chemikalienleasing.

Im Hinblick auf die Einbringung zusätzlichen
Know-Hows kann es vorteilhaft sein, neben
Chemikalienhersteller
(bzw. Chemikalienlieferant, wenn der Lieferant die Rolle des
Herstellers übernimmt) und
Chemikalienanwender weitere Partner in das Geschäftsmodell zu
integrieren, wie zum Beispiel Geräte-,
Anlagen- und Maschinenbauer. Deren Beitrag
zur Optimierung liegt in der Regel in einer
optimalen Abstimmung der Anlagen im Hinblick auf die eingesetzten
Chemikalien und das zu fertigende Produkt.
Die Erweiterung des Geschäftsmodells durch Einbeziehung zusätzlicher
Partner ist in der nachstehenden Abbildung
zusammengefasst.

In allen bisherigen Fällen erfolgreicher
Anwendungen von Chemikalienleasing konnten neben den
wirtschaftlichen auch umwelt- und
gesundheitsbezogene Verbesserungen erreicht werden, da der
Verbrauch von Chemikalien verringert und deren Handhabung verbessert
wurden. Die Verbesserungen
betreffen:
a)
reduzierte Abfallmengen
b) reduzierte Abwasserbelastung mit Chemikalien
c) reduzierte Luftemissionen
d) verringerte Arbeitsplatzbelastungen
e) Vermeidung/Verringerung von Risiken aus der Handhabung von
Chemikalien
Zielsetzung des Projekts
Chemikalienleasing wird von einzelnen Unternehmen seit mehreren
Jahren in verschiedenen Variationen
praktiziert. Eine systematische Durchdringung von Prozessen oder
Branchen hat dabei ebenso wenig stattgefunden
wie eine öffentliche Kommunikation oder eine wissenschaftliche
Aufarbeitung.
Im Jahr 2002 hat das österreichische Umweltministerium eine
Initiative gestartet, die neben den
wirtschaftlichen Aspekten auch die umweltbezogenen Vorteile
systematisch analysiert. Erste Pilotprojekte
wurden erfolgreich installiert und kommuniziert. Der Begriff
„Chemikalienleasing“ wurde als Markenzeichen
etabliert. Die österreichische Initiative
wurde von UNIDO im Jahr 2004 aufgenommen und
in drei Pilotländern (Ägypten, Mexiko, Russland) in verschiedenen
Branchen umgesetzt. Durch gezielte
Öffentlichkeitsarbeit und weitere erfolgreiche Fallbeispiele wurde
Chemikalienleasing als zielführende Aktivität
im Rahmen von SAICM etabliert. Mit Kolumbien, Serbien, Sri Lanka und
Marokko folgten weitere Pilotländer. Zwischen
den Beteiligten und interessierten Institutionen wurde
ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch etabliert, an dem auch
Vertreter des Umweltbundesamtes teilnahmen.
Deutschland startete dann ebenfalls eine Chemikalienleasing-Initiative,
die in wesentlichen Teilen durch den
vorliegenden Bericht reflektiert wird.
Durch das Forschungsvorhaben des Umweltbundesamtes soll
Chemikalienleasing in zweierlei Hinsicht
gestärkt werden:
•
inhaltlich, durch die Entwicklung von Qualitätskriterien für
Chemikalienleasing mit dem
Schwerpunkt Umwelt- und
Gesundheitsschutz;
• umsetzungsbezogen, indem durch Modellprojekte praktische
Erfahrungen zur Verfügung gestellt
und durch geeignete Kommunikation der Bekanntheitsgrad von
Chemikalienleasing
ausgebaut wird.
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Chemikalienleasing Endbericht
UBA FKZ 3707 67 407
- Kurzversion

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Chemikalienleasing Endbericht
UBA FKZ 3707 67 407
- Langfassung

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